Rekonstruktionskonzept der Geschichtswerkstatt ist genehmigt

Der Ausschuss für Architektur und Stadtplanung des Exekutivkomitees der Stadt Minsk genehmigte das architektonische und planerische Konzept der Rekonstruktion und der Modernisierung des belarussisch-deutschen Projekts Geschichtswerkstatt "Leonid Lewin" auf der Suchaja Straße, 25.

Dies ist wirklich ein lang erwartetes und freudiges Ereignis! Und für das Autorenteam der Kreativwerkstatt des Architekten Leonid Lewin (Autorenteam: Architekten G. Levina, A. Kapylau, A. Lukitscheva.), und für Minsker internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" - den Kunden des Projekts , und für deutsche Partner - Experten und für die Geschichtswerkstatt selbst.

Die Genehmigung des architektonischen Konzepts ist ein wichtiges Ereignis für die gesamte Stadt. Dabei geht es nicht nur um Renovierung und Modernisierung. Dies ist ein historisches Gebäude, ein historischer Ort, der die Erinnerung an das Minsker Ghetto und seine Gefangenen bewahrt.

Während der Rekonstruktion wird das Gebäude von Zeitschichten befreit: Anbauten, Vorräume, Veranden. Das Haus wird zu seinem authentischen Vorkriegs-Erscheinungsbild zurückkehren. An der historischen Fassade bleiben unterschiedliche Texturen erhalten: Holz, Ziegel. An diesen historischen Teil soll laut Projekt ein moderner Glas- und Betonbau angebaut werden. Wenn Sie durch das Gebäude gehen, können Sie in der Zeit reisen.

Galina Lewina, Chefarchitektin des Projekts:

Es stellt sich heraus, ein solches Portal zur Geschichte. Eine Person aus der modernen Welt geht in die Geschichte ein, die mit dem Holocaust verbunden ist, mit der Tragödie des Zweiten Weltkriegs. Der neue Komplex trägt viele Bedeutungen über das Schicksal der Menschen und den Krieg. Von Kallektarnaja Straße ist ein übliches Holzgebäude aus der Vorkriegszeit. Auf der Sukhaja-Seite - die Spannung der Kombination von neuen und historischen Gebäuden. Es gibt bewusst Unvereinbares, ein hartes Gelenk. Die Fassade von der Seite des Haupteingangs ist modern, sagt, dass wir uns im 21. Jahrhundert befinden.

 

Es ist auch eine Hommage an Leanid Lewin, dessen Namen die Geschichtswerkstatt trägt. Ein herausragender Architekt, ein Mensch, der einen großen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung zwischen Belarus und Deutschland geleistet hat. Denn Beton war Lewins Lieblingsmaterial.

 

Galina Lewina, Chefarchitektin des Projekts:

Wir haben speziell schräge Betonwände hergestellt, damit das emotionale Gefühl entstand, dass der Krieg viele Familien und Länder an den Rand einer Klippe gebracht hat. Im Vordergrund der Wahrnehmung steht das historische Gebäude. Es ist uns sehr wichtig, diesen Ort in einer modernen Stadt zu erhalten. Die Ausdehnung dominiert nicht, sie ist niedriger als der historische Teil.

 

Der neue historische Werkstattkomplex wird zwei Ebenen haben: Erdgeschoss und Untergeschoss. Es gibt Parkplätze, einen Aufzug, Aufzüge für Menschen mit Behinderungen. Das Gebäude ist komplett barrierefrei.

In der zukünftigen Ausstellung verdient die sogenannte Himbeere besonderes Interesse - ein Cache im Keller, in dem sich die Ghetto-Häftlinge versteckten.

 

Auch die Landschaftsgestaltung wird mit Sinn durchgeführt. Zum Beispiel ein Apfelbaum. Er ist sowohl ein Symbol des Lebens als auch ein Apfel, der in der jüdischen Tradition von großer Bedeutung ist.

Und laut Projekt ist auch die Komposition "Tage des Ghettos" (vom Bildhauer Aliaxandar Schappo) an der Hauptfassade des Gebäudes installiert. Es wird möglich sein, einen bestimmten Tag zu berühren (er wird materiell), um herauszufinden, was passiert ist. Das Ghetto Minsk existierte zwei Jahre und drei Monate. Und jeder dieser Tage zählt.

Gleichzeitig wird in der Geschichtswerkstatt eine neue Exposition vorbereitet, die der Geschichte des Minsker Ghettos und des Todeslagers Trastjanez gewidmet ist. Die Eröffnung ist nach Abschluss der Rekonstruktion des Gebäudes der Geschichtswerkstatt geplant.

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