VI. Internationales Forum „Stimmen von Haradok: Krieg, Okkupation, Befreiung“

Am 22. Juni 2019, am Trauer- und Erinnerungstag an die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges, fand das nächste VI. Internationale Forum „Stimmen von Haradok: Krieg, Okkupation, Befreiung“ statt. Auf dem Weg von der Geschichtswerkstatt besuchte die Minsker Gruppe der Teilnehmer die Denkmäler für die gefallenen Soldaten, Kriegsgefangenen, Zivilbevölkerung  und Juden in Krassnoje, Maladsetschna und zum Schluss in Haradok.

Die zweite Hälfte des Forums „Freunde von Haradok“ verlief unter dem Zeichen des bereist Erreichten. Die Direktorin der Vertretung des IBB Dortmund Olga Rensch ist mit der Stärkung der Zusammenarbeit zufrieden. Der Historiker Sjarhej Starikewitschg ist nahe dran, den Ort der Massenbegrabung von Juden genau zu bestimmen. Aljakjsej Shachawets stellte einmalige Fotos des Haradok in der Kriegszeit aus der japanisch en Kollektion vor. Lina Tsiwina demonstrierte die Freiwilligenarbeit auf dem jüdischen Friedhof. Die Nachbarn aus Krassnaje Alla Schydlouskaja und Anton Apanassewitsch erfreuten uns mit ihren guten Ergebnissen bei der Formierung neuer Bildungsperspektiven in den Bildungseinrichtungen.

Zum Team der Geschichtswerkstatt gehören sowohl Fachleute als auch Jugendliche. Der Direktor des Nationalarchivs der Republik Belarus Andrej Dsemjanuk übergab der Vertretern von Krassnaje und Haradok Dokumente, neueste Ausgaben der Archivmitarbeiter und lud sie zur Zusammenarbeit ein. Der Oberassistent der Geschichtsfakultät der Belarussischen staatlichen Universität Sjarhej Kaun akzentuierte die Hauptmomente der Befreiungsoperation „Bagration“. Die ehemaligen Gefangenen der NS-Konzentrationslager Rimma Galperina (das Ghetto in Domanjewo), Larissa Aljaksandranka (das Ghetto in Tscharnoutschitsy), Jauhen Chrol  (Konzentrationslager Mauthausen), Sjarhei Jermakou (Stalag 342), Soja Dawydsenka, Ina Kulaga (ehemalige minderjährige Ostarbeiter) machten die Anwesenden auf die tragische Vergangenheit aufmerksam. Darauf machte auch die Ausstellung der polnischen Botschaft „Der Krieg mit den Augen der Kinder“ aufmerksam. Ein anderes Herangehen wurde durch den bekannten belarussischen Kunstmaler Juri Krupjankou benutzt, Er präsentierte verschwundene jüdische Gestalten in der Ausstellung „Erinnerung der Stätele“. 

Der Bewohner von Haradok Wjatschaslau Schapawal stellte die von ihm aufbewahrten Geschichten seiner Verwandten über die Okkupation und die Befreiung des Dorfes vor. Er will diesen Geschichten einen Bildungscharakter verleihen. Ebenso, wie es die Lehrerin Neanila Tsyganok mit ihrem originellen Buch „Der bekannte und unbekannte Krieg“, wie die Geschichtslehrerinnen der Minsker Gymnasien Danuta Tschupik und Darja Rassjakowa  gemacht haben.

Die Gäste verließen Haradok mit den Dankesworten für diejenigen, die das Forum unterstützt haben. Die Organisatoren der Bildungseinrichtungen in Maladetschna und Haradok, die die Erinnerung und Traditionen pflegen, sprachen wieder einmal die Einladung zum nächsten VII. Haradok-Forum aus.  

Dankesworte wurden auch an die IBB J. Rau Minsk gerichtet, die durch das Projekt „Dialog dreier Generationen“ das Format der Foren von Haradok bis Wilejka, Krassnaje und Paretscha  wesentlich vergrößert hat. Es ist erfreulich, dass sich im nächsten Jahr neue Freunde zu ihnen gesellen werden.

 

 

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